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Perspektivwechsel auf der Braunlager Mitte: Schülerinnen und Schüler erproben einen Rollstuhlparcours


Am 24. September 2026 fand auf der Braunlager Mitte ein Rollstuhlparcours statt. Die Aktion wurde im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche durchgeführt, deren Jahresthema 2026 „Mobilität unter Generationen“ lautet. Ziel war es, den Jugendlichen einen Perspektivwechsel zu ermöglichen und das Bewusstsein für Barrieren im öffentlichen Raum zu stärken.

Von der Theorie in die Praxis

Vor dem praktischen Teil beschäftigten sich die zwölf Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse im Unterrichtsfach Gesundheit und Soziales mit dem Thema. Unter der Begleitung ihrer Lehrerin Kristin Bernhardt und mit einer Einführung durch Klimaschutzmanager Frederick Banse arbeiteten sie in Gruppen an drei Fragestellungen:

  • Welche alltäglichen Herausforderungen ergeben sich für Menschen im Rollstuhl?
  • Wie werden Menschen im Rollstuhl von ihrem näheren Umfeld wahrgenommen, und welche Gefühle können dabei entstehen?
  • Wie nehmen Menschen im Rollstuhl ihre Umwelt wahr?

Die Ergebnisse wurden anschließend in der Klasse vorgestellt und bildeten die Grundlage für die praktischen Übungen.

Hindernisse überwinden und neue Erfahrungen sammeln

Auf der Braunlager Mitte wartete ein abwechslungsreicher Parcours auf die Jugendlichen. Die Stationen umfassten unter anderem einen Absatz an der Rampe zur Weltkulturerbe-Infobox, das Durchfahren einer Engstelle, Slalom- und Kurvenfahrten sowie Übungen zum Fahren und Bremsen bei höherem Tempo. Den Abschluss bildete das Befahren der Rampe in Richtung Parkplatz Marktstraße.

Zu Beginn wurden die Rollstühle zunächst durch die einzelnen Stationen geschoben, damit sich die Teilnehmenden mit den Hindernissen vertraut machen konnten. Anschließend konnten sie selbst ausprobieren, wie anspruchsvoll die verschiedenen Situationen sein können.

Saskia Löhr, Behindertenbeauftragte der Stadt Braunlage, erläuterte die Funktionsweise eines Rollstuhls und schilderte ihre eigenen Erfahrungen. Auch Bürgermeister Wolfgang Langer stellte sich der Herausforderung und testete den Parcours.

Alle Teilnehmenden meisterten die Stationen und erhielten zum Abschluss eine Urkunde. Neben dem Spaß an der gemeinsamen Aktion nahmen die Jugendlichen zahlreiche neue Eindrücke und praktische Erfahrungen mit.

Barrierefreiheit geht alle an

Der Rollstuhlparcours machte deutlich, dass vermeintlich kleine Hindernisse im Alltag eine große Herausforderung darstellen können. Engstellen, Absätze oder ungünstige Wegeführungen können die selbstständige Fortbewegung erschweren und die Teilhabe am öffentlichen Leben einschränken.

Solche praktischen Erfahrungen helfen dabei, Barrieren bewusster wahrzunehmen und Verständnis für unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse zu entwickeln. Barrierefreiheit ist eine wichtige Voraussetzung für eine Mobilität, an der möglichst alle Menschen selbstbestimmt teilhaben können.

Dank an die Unterstützer

Die Stadt Braunlage bedankt sich beim Sanitätshaus Sturm aktiv, das die Rollstühle und die Beachflag zur Verfügung stellte, sowie bei der Verkehrswacht Harz Braunlage und Umgebung e. V., die die Gegenstände für den Parcours bereitstellte.

Ein besonderer Dank gilt außerdem den beteiligten Schülerinnen und Schülern, ihrer Lehrerin Kristin Bernhardt, Klimaschutzmanager Frederick Banse und der Behindertenbeauftragten Saskia Löhr für ihr Engagement.

Gemeinsam Barrieren erkennen, Perspektiven wechseln und Verständnis stärken – für eine barrierefreie und zukunftsfähige Mobilität in Braunlage.